Die neue WERIT-Website bündelt komplexe Produktwelten für B2B-Zielgruppen – mit Drupal, PIM, sechs Sprachen und DeepL-Workflows.
WERIT ist ein europaweit agierendes Familienunternehmen für innovative Kunststoffprodukte mit rund 500 Mitarbeitenden an zehn Standorten. Das Produktportfolio umfasst unter anderem sogenannte IBCs (Intermediate Bulk Container), also großvolumige Behälter für die Lagerung und den Transport flüssiger und rieselfähiger Stoffe, Kunststoffbehälter und Paletten für unterschiedliche Branchen und Anwendungsbereiche.
WERIT benötigte einen digitalen Markenauftritt, der das neue Corporate Design ins Digitale überführt, die komplexe Produktwelt verständlich erschließt und zugleich als belastbare Grundlage für internationale Märkte und künftige digitale Services dient. Im Zentrum des Markenrelaunchs stand außerdem die strategische Neuausrichtung auf Kreislaufsysteme. Mit dem neuen Bereich Rekonditionierung erweitert WERIT sein Leistungsversprechen um Lösungen, die Produkte und Verpackungen länger im Nutzungskreislauf halten.
MOSAIQ entwickelte dafür die strategische und konzeptionelle Basis, das UX- und Designkonzept sowie die technische Plattform. Im Zentrum steht eine zentrale Drupal-Plattform, die die Business Units Packaging, Rekonditionierung und Gebäudetechnik/Sanitär in einer konsistenten Informationsarchitektur zusammenführt. Mehrere fachliche Einstiege über Produkte, Branchen, Anwendungen und Services führen unterschiedliche B2B-Zielgruppen gezielt zu den für sie relevanten Inhalten. Bestehende Inhalte wurden neu geordnet, stärker miteinander verknüpft und für die internationale Nutzung sowie für SEO- und GEO-Anforderungen vorbereitet.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Migration von TYPO3 zu Drupal sowie die Konzeption, der Aufbau und die Anbindung eines Pimcore-PIM-Systems. Drupal und PIM sind über eine GraphQL-Schnittstelle mit asynchroner Verarbeitung verbunden. Dadurch entstand eine klare Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und strukturierten Produktdaten. Gleichzeitig bildet die Architektur die Grundlage für konsistente Produktinformationen und eine skalierbare Weiterentwicklung der Website.
Die Plattform umfasst aktuell sechs Sprachversionen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch und Tschechisch. Automatisierte DeepL-Übersetzungsworkflows unterstützen die Redaktion bei der effizienten Erstellung und Pflege mehrsprachiger Inhalte. Damit schafft die Website die Grundlage für eine konsistente Kommunikation und länderspezifische Sichtbarkeit in mehreren europäischen Kernmärkten.
Die Umsetzung folgt einer phasenweisen Plattformstrategie. MVP1 konzentrierte sich auf die technisch und organisatorisch kritischen Grundlagen, die digitale Neuausrichtung der Marke und die termingerechte Live-Schaltung zum Messetermin im Mai 2026.
In MVP2 und weiteren Ausbaustufen werden Frontend und Inhalte kontinuierlich optimiert, Produktfilter und Produktdarstellungen verfeinert sowie SEO und GEO gezielt weiterentwickelt. Erste Auswertungen zeigen bereits eine messbare Verbesserung der organischen Sichtbarkeit und der Reichweite über relevante Keywords in den Kernmärkten. Gleichzeitig ist die technische Grundlage geschaffen, um die Plattform perspektivisch um weitere digitale Services zu ergänzen – darunter Konfiguratoren, eine CRM- beziehungsweise HubSpot-Integration sowie Shop-, Self-Service- und Ticketing-Funktionen.
Ziele des Relaunchs waren ein konsistenter internationaler Markenauftritt, eine bessere Orientierung in der komplexen Produktwelt sowie eine stärkere Unterstützung von Vertrieb, Kundenservice und Redaktion. Der bestehende TYPO3-Auftritt wurde dafür durch eine zentrale Drupal-Plattform mit angebundenem Pimcore-PIM abgelöst.
Mit dem Launch am 5. Mai 2026 führt WERIT seine Business Units Packaging, Rekonditionierung und Gebäudetechnik/Sanitär in einem gemeinsamen digitalen Auftritt zusammen. Die neue Informationsarchitektur bietet fachliche Einstiege über Produkte, Branchen, Anwendungen und Services und erleichtert unterschiedlichen B2B-Zielgruppen den Zugang zu relevanten Informationen. Die klare Trennung von redaktionellen Inhalten und Produktdaten verbessert zudem die Konsistenz und Pflege der Produktkommunikation.
Die Plattform ist in sechs Sprachversionen live: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch und Tschechisch. Automatisierte DeepL-Übersetzungsworkflows, Content Templates, Frontend-Editing, strukturierte Eingabemasken und Fallbacks vereinfachen die Erstellung und Pflege internationaler Inhalte. Verschlagwortungen automatisieren die Verknüpfung thematisch passender Inhalte und reduzieren manuelle redaktionelle Abläufe.
Erste SEO-Auswertungen zeigen eine Verbesserung der organischen Sichtbarkeit: Der Sichtbarkeitsindex von werit.eu stieg im betrachteten Zeitraum um rund 28 Prozent. Die Domain rankt weltweit für etwa 2.910 Keywords, davon 1.378 in Deutschland.
Die erste Herausforderung bestand in den unterschiedlichen Produkt- und Business-Unit-Logiken. Packaging, Rekonditionierung, Gebäudetechnik/Sanitär sowie die Produktbereiche IBCs, Kunststoffbehälter und Paletten bringen jeweils eigene Anforderungen, Begriffe und Beratungslogiken mit. Statt diese Unterschiede vollständig zu vereinheitlichen, wurden sie als fachliche Varianten in eine gemeinsame Plattformlogik integriert. Einstiege über Business Units, Produkte, Branchen und Anwendungen sowie Filter und verknüpfte Inhalte schaffen Orientierung innerhalb eines konsistenten Rahmens.
Eine zweite Herausforderung war die Konsolidierung der Produktdaten für die PIM-Anbindung. Zu Projektbeginn waren Datenquellen, Mappings und einzelne Produktdatenanforderungen noch nicht abschließend harmonisiert. Daher wurden die Datenquellen systematisch abgestimmt, das Produktdatenmodell präzisiert und die Verantwortlichkeiten von CMS und PIM eindeutig definiert. Für den zuverlässigen Produktimport entstanden XML-Schnittstellen zwischen ERP und PIM sowie eine GraphQL-Anbindung der Produktdaten an Drupal.
Eine weitere Herausforderung lag in der visuellen Übersetzung der unterschiedlichen Business Units. Jede Einheit verfügt über eine eigene Farbwelt, die zur Orientierung und Differenzierung erkennbar bleiben sollte, ohne den gemeinsamen Markenauftritt von WERIT aufzulösen. Dafür wurde ein flexibles Designsystem entwickelt, das die jeweiligen Farben prägnant einsetzt und zugleich übergreifende Gestaltungsprinzipien, Typografie, Layoutlogik und Interaktionsmuster beibehält. So funktionieren sowohl aufmerksamkeitsstarke Einstiegsseiten als auch tiefgehende Produkt- und Serviceseiten in jeder Farbwelt konsistent und barrierearm. Die Farbwelten übernehmen damit eine kommunikative Funktion: Sie schaffen Orientierung, stärken die Eigenständigkeit der Business Units und fügen sich zugleich in die gemeinsame Plattform ein.
Das Projekt zeigt, wie sich ein etabliertes, international tätiges Industrieunternehmen mit einer komplexen Produktwelt konsequent auf eine digitale Plattformstrategie ausrichten kann und die Realität von Vertrieb, Service und bestehenden Prozessen dabei von Beginn an integriert. Statt eines reinen Website-Relaunchs entstand eine Plattform, die Business Units, Produktbereiche sowie Branchen- und Anwendungsthemen in einer konsistenten Informationsarchitektur verbindet und dadurch Orientierung schafft.
Das Projekt demonstriert, wie Drupal in Kombination mit einem Pimcore-PIM als belastbares Fundament für eine internationale Industrieplattform eingesetzt werden kann. Die saubere Trennung von CMS und PIM sowie die Anbindung der Produktdaten über GraphQL schaffen eine skalierbare und wartbare Systemarchitektur. Alle sechs Sprachversionen sind live und werden durch automatisierte DeepL-Übersetzungsworkflows unterstützt.
Dabei kommen die Stärken von Drupal nicht nur im Frontend, sondern auch in der Editor Experience zum Tragen. Content Templates, Frontend-Editing, strukturierte Eingabemasken, Fallbacks und automatisierte Verknüpfungen vereinfachen die tägliche redaktionelle Arbeit und reduzieren manuelle Abläufe. Die Plattform ist damit nicht nur im laufenden Betrieb effizient pflegbar, sondern auch technisch flexibel erweiterbar.
Aus Jury-Perspektive ist das Projekt relevant, weil es typische Herausforderungen des industriellen Mittelstands konkret adressiert: gewachsene Produkt- und Datenstrukturen, unterschiedliche Business-Unit-Logiken, internationale Anforderungen, feste Messetermine und begrenzte interne Ressourcen. WERIT und MOSAIQ haben diese Komplexität in eine klare Strategie und eine saubere technische Lösung übersetzt. Damit ist die Plattform ein übertragbares Beispiel dafür, wie Drupal als Herzstück einer internationalen Marken- und Produktplattform eingesetzt werden kann.