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Relaunch des Umweltbundesamtes

Projektdetails

Übersicht Projekt anschauen
Kategorie: Regierung
Status: Nominee
Titel: Relaunch des Umweltbundesamtes
Einreichendes Unternehmen: werk21
Für den Kunden: Umweltbundesamt

Zusammenfassung

Das Umweltbundesamt schafft mit dem Relaunch auf Drupal 10 eine moderne Informationsplattform für BürgerInnen und Institutionen.

Projektbeschreibung

Unter dem Leitspruch „Für Mensch und Umwelt“ erhebt das Umweltbundesamt (UBA) als zentrale Umweltbehörde Deutschlands Daten, forscht zu Umweltthemen, erstellt Prognosen und berät die Bundesregierung in umweltrelevanten Fragen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an seine zentrale digitale Informationsplattform.

Im Rahmen eines umfassenden Relaunchs wurde die Website von werk21 von Drupal 7 auf Drupal 10 migriert. Dabei ging es um weit mehr als einen technischen Versionswechsel: Inhalte, Datenstrukturen, redaktionelle Prozesse und zentrale Funktionen wurden überprüft, konsolidiert und neu konzipiert.

Die vollständige Migration erfolgte während des laufenden Betriebs. Gleichzeitig wurden Performance, Barrierefreiheit, Sicherheit und Wartbarkeit verbessert und die Grundlage für eine kontinuierliche, agile Weiterentwicklung geschaffen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der redaktionellen Flexibilität. Neue, modular aufgebaute Landingpages ermöglichen es der Redaktion, Inhalte eigenständig zu strukturieren, Schwerpunkte zu setzen und schnell auf aktuelle Themen, Kampagnen oder neue Anforderungen zu reagieren – ohne dafür auf technische Unterstützung angewiesen zu sein.

Das Ergebnis ist keine bloße technische Erneuerung, sondern eine moderne digitale Plattform, die den hohen Anforderungen einer Bundesbehörde gerecht wird und zugleich deutlich einfacher zu bedienen und weiterzuentwickeln ist.

Projektziele und -ergebnisse

Zentrales Ziel des Relaunchs war es, die über viele Jahre gewachsene Plattform technisch und strukturell zu modernisieren. Gleichzeitig sollte das Erscheinungsbild konsolidiert und die Corporate Identity des Umweltbundesamtes konsequenter in die digitale Gestaltung übertragen werden. Vereinheitlichte Designelemente, Farbwelten und Typografie sorgen heute für einen deutlich kohärenteren Auftritt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den internen Arbeitsabläufen. Viele redaktionelle Prozesse waren historisch gewachsen und setzten umfangreiches Projektwissen voraus. Mit einem maßgeschneiderten Dashboard verfügt die Redaktion nun über eine zentrale Arbeitsoberfläche, in der alle relevanten Aufgaben – von der Inhaltserstellung über die Freigabe bis zur Veröffentlichung – übersichtlich zusammengeführt werden.

Parallel wurden komplexe, mehrstufige Workflows vereinfacht und neu organisiert. Das reduziert Fehlerquellen, schafft Transparenz und ermöglicht eine schnellere Veröffentlichung von Inhalten.

Auch die Barrierefreiheit wurde umfassend verbessert. Die konsequente Orientierung an aktuellen Standards wie der BITV stellt sicher, dass die Informationen des Umweltbundesamtes für möglichst viele Menschen unabhängig von körperlichen Einschränkungen oder technischen Voraussetzungen zugänglich sind.

Deutlich gestiegen ist zudem die redaktionelle Flexibilität. So ist beispielsweise die Startseite heute vollständig redaktionell steuerbar. Aktuelle Schwerpunkte, Kampagnen und Meldungen können ohne technische Unterstützung prominent platziert und flexibel angeordnet werden.

Ein wesentlicher Erfolg ist außerdem die Konsolidierung der Inhaltstypen. Historisch gewachsene, teilweise redundante Formate wurden zusammengeführt und durch flexible, wiederverwendbare Komponenten ersetzt. Das reduziert die Komplexität im Backend, erleichtert die Pflege und sorgt gleichzeitig für eine konsistentere Nutzerführung.

So entstand aus einem über Jahre gewachsenen System eine klar strukturierte Plattform, die redaktionelle Effizienz, Nutzerfreundlichkeit und technische Zukunftssicherheit miteinander verbindet.

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Herausforderungen

Migration einer hochkomplexen Plattform im laufenden Betrieb

Eine der größten Herausforderungen war die Datenmigration. Mehrere zehntausend mehrsprachige Inhalte mussten aus Drupal 7 in die neue Drupal-10-Architektur übertragen werden – während die bestehende Website weiterlief und redaktionell kontinuierlich aktualisiert wurde.

Gleichzeitig wurden die Inhaltstypen neu konzipiert. Bestehende Daten konnten daher nicht einfach eins zu eins übertragen werden, sondern mussten zuverlässig in eine neue, optimierte Informationsarchitektur überführt werden.

Ein mehrstufiges Migrationskonzept mit wiederholten Testläufen, Datenbereinigung und kontrollierter Übertragung stellte sicher, dass dieser Prozess ohne Datenverlust und ohne Ausfallzeiten umgesetzt werden konnte.

Digitale Souveränität beim Video-Streaming

Eine weitere Herausforderung war die Integration einer eigenen Videoplattform auf Basis von AVideo. Ziel war es, Videos datenschutzkonform bereitzustellen und zugleich die Abhängigkeit von externen Plattformen wie YouTube zu reduzieren.

Gerade für eine Bundesbehörde sind Datenschutz, Kontrolle über die eigenen Inhalte und digitale Souveränität zentrale Anforderungen. Die Videoplattform wurde deshalb vollständig in die neue Systemarchitektur integriert.

Leistungsfähige Suche in komplexen Datenbeständen

Tausende Dokumente, Bilder, Videos und redaktionelle Inhalte in mehreren Sprachen stellen hohe Anforderungen an die Suche.

Die neu konzipierte Suchfunktion verbindet Volltextsuche, Filter und Kategorisierungen und ermöglicht es sowohl der Redaktion als auch den Nutzer, relevante Informationen schnell zu finden. Eine besondere Herausforderung bestand dabei darin, hohe Suchqualität und Benutzerfreundlichkeit mit der notwendigen Performance bei großen Datenmengen zu verbinden.

Newsletter-Versand ohne Medienbruch

Auch der Newsletter-Prozess wurde grundlegend modernisiert. Der eigentliche Versand wurde aus Drupal ausgelagert und an Brevo angebunden – ohne für die Redaktion einen zusätzlichen Arbeitsprozess zu schaffen.

Newsletter werden weiterhin vollständig innerhalb von Drupal erstellt, gestaltet und getestet. Erst das fertige Template wird an Brevo übergeben und von dort versendet. Die Redaktion muss die vertraute Drupal-Oberfläche zu keinem Zeitpunkt verlassen.

Damit verbindet die Lösung die Vorteile eines spezialisierten Versanddienstes mit einem konsistenten redaktionellen Workflow.

Flexible Einstiegsseiten – „Websites innerhalb der Website“

Ein besonders innovativer Bestandteil sind die neu entwickelten Einstiegsseiten. Sie funktionieren wie eigenständige Themenwelten innerhalb der Gesamtplattform.

Redakteur können für Kampagnen oder Themenschwerpunkte individuelle Navigationen erstellen und gezielt Artikel, Medien und weitere Inhalte zusammenstellen.

Technisch besonders anspruchsvoll war dabei die Breadcrumb- und Navigationslogik: Trotz der flexiblen Strukturen muss für Nutzer jederzeit nachvollziehbar bleiben, wo sie sich innerhalb des Gesamtangebots befinden.

Das entwickelte modulare System verbindet deshalb große redaktionelle Gestaltungsfreiheit mit einer konsistenten Benutzerführung.

Integration komplexer Datenvisualisierungen

Das Umweltbundesamt stellt zahlreiche komplexe Umweltdaten bereit. Entsprechend mussten externe Komponenten und spezialisierte Anwendungen zuverlässig in die neue Plattform integriert werden.

Dazu gehören beispielsweise Highcharts für interaktive Diagramme sowie spezialisierte Kartenanwendungen. Diese Komponenten wurden technisch, visuell und funktional in die Website integriert und an Corporate Design und Bedienlogik angepasst.

Dabei mussten Performance, Sicherheit und Stabilität auch im Zusammenspiel mit externen Anwendungen gewährleistet bleiben.

Die größten Herausforderungen des Projekts lagen damit genau an den Schnittstellen zwischen technischer Komplexität, Datenschutz, Barrierefreiheit, Nutzerfreundlichkeit und redaktioneller Freiheit. Gerade die erfolgreiche Verbindung dieser Anforderungen macht das Projekt besonders.

Warum sollte dieses Projekt bei den Splash Awards gewinnen?

Weil es zeigt, was Drupal bei wirklich großen und komplexen Digitalprojekten leisten kann.

Mit umweltbundesamt.de wurde 2026 eine der umfangreichsten Websites einer deutschen Bundesbehörde vollständig auf Drupal 10 modernisiert. Mehrere zehntausend mehrsprachige Inhalte, komplexe Datenstrukturen, zahlreiche externe Anwendungen und anspruchsvolle redaktionelle Prozesse mussten nicht nur migriert, sondern während des laufenden Betriebs grundlegend neu organisiert werden.

Doch die technische Dimension allein macht dieses Projekt nicht preiswürdig.

Der eigentliche Erfolg liegt darin, dass aus einer über viele Jahre gewachsenen Plattform ein System entstanden ist, das für alle Beteiligten besser funktioniert: Bürger finden Informationen leichter. Inhalte sind barriereärmer zugänglich. Redakteur können schneller und eigenständiger arbeiten. Technische Teams erhalten eine moderne und wartbare Architektur. Und das Umweltbundesamt gewinnt mehr Kontrolle über seine digitale Infrastruktur.

Die eigene datenschutzkonforme Videoplattform steht exemplarisch für digitale Souveränität. Die flexiblen Einstiegsseiten zeigen, wie ein großes Behördenportal redaktionelle Freiheit ermöglichen kann, ohne seine klare Informationsarchitektur zu verlieren. Die Integration komplexer Datenvisualisierungen zeigt, dass auch hochspezialisierte Fachanwendungen Bestandteil einer konsistenten digitalen Nutzererfahrung sein können.

Gleichzeitig wurden Inhaltstypen konsolidiert, Workflows vereinfacht und mit dem neuen Dashboard die tägliche redaktionelle Arbeit neu organisiert. Aus technischer Modernisierung wurde damit eine spürbare Verbesserung für die Menschen, die täglich mit der Plattform arbeiten – und für diejenigen, die sie nutzen.

Das Projekt zeigt außerdem eindrucksvoll die Stärken von Drupal: Offenheit, Skalierbarkeit und Flexibilität bei gleichzeitig hohen Anforderungen an Sicherheit, Barrierefreiheit und Wartbarkeit.

Vor allem aber zeigt der Relaunch von umweltbundesamt.de, wie digitale Modernisierung im öffentlichen Sektor gelingen kann: nicht als bloßer Austausch einer technischen Plattform, sondern als Gelegenheit, Strukturen neu zu denken, Abhängigkeiten zu reduzieren und eine bessere digitale Infrastruktur zu schaffen.

Das ist mehr als ein erfolgreicher Relaunch. Es ist ein Beispiel dafür, wie Open Source die digitale Verwaltung leistungsfähiger, souveräner und nutzerfreundlicher machen kann.